Wehret den Anfängen - Schutz eines Naturdenkmals

Die in der Überschrift zitierte Redensart geht bereits auf den rö-mischen Dichter Ovid zurück (43 v. Chr. bis 18 n. Chr.). Ursprüng-lich warnte er mit diesem Satz vor den Folgen des Sich-Verlie-bens. Davon kann hier zwar keine Rede sein - aber es gibt auch andere "Gefahren", die unter anderen Voraussetzungen drohen können. Und das ist hier der Fall. 

 

Man stelle sich vor, ein unglückseliger Mensch, der den Verdacht hat, dass er Lungenkrebs haben könnte, geht zum Arzt. Dieser geht sogleich rabiat zu Werke und öffnet den Korpus, um nach-zusehen. Preisfrage: Ist das für den Menschen gesund???

 

Nun: Kommen wir zu unserer Redensart. Bei der Stadtverwaltung in Kaiserslautern muss man ja mit allem rechnen: unverhoffte Aktionen, Winkelzüge, Schaffen von Tatsachen usw. Aus diesem Grund haben wir als Verein entschieden, ein Auge auf das Wohl-ergehen der Stadtplatane zu werfen. Wie schnell kann ein Jahr-hunderte altes Naturdenkmal zerstört sein. Wir beobachten alles, was in diesem Zusammenhang zu erfahren sein wird. Eine erste Stellungnahme wurde ja bereits in der "Die Rheinpfalz" in einem redaktionellen Bericht erwähnt.

 

Wie steht es um die Platane im Rahmen der mallgerechten Neu-gestaltung dieses Areals? So groß wie die Baumkrone ausschlägt, so groß liegen die Wurzeln unter dem Baum. Dieser Bereich darf eigentlich nicht versiegelt werden, was oft nicht eingehalten wird. Folglich werden die Bäume geschädigt oder sterben ab. Deshalb stehen die Aussichten für die Platane schlecht, wenn man den gesamten Straßenunterbau nach der heutigen Norm ausbaut, wie dies z. B. in der Albertstraße/Wackenmühlstraße vorgenommen wurde. Fast ein Meter Aushub, Bodenaustausch und Auffüllung mit Schotter und dann Pflaster darüber. Da dürfte auch kein was-serdurchlässiges Pflaster mehr helfen. Der Baum stirbt letztend-lich ab.

Anschauliches Beispiel:
Im Bereich der Brücke über die Ludwigstraße (vom Theater in Richtung ASG) stand am nördlichen Zugang auf der Seite der Turnhalle des ASG ein großer Ahorn. Unter dem Baum wurde das Areal zugepflastert, statt einen wassergebundenen Belag einzu-bauen. Der Baum starb nach wenigen Jahren ab. Man sieht: Zer-störung geht auch ohne Hauruck-Aktion; deshalb: WEHRET DEN ANFÄNGEN!

Gutachten - bis der Baum fällt

Die Stadtplatane in der Innenstadt ist (mal wieder) Gegenstand gutachterlicher Untersuchung.  

Vitalität, Standsicherheit, Verkehrssicherheit werden den gestren-gen gutachterlichen Richtlinien unterworfen. Man wird doch was finden, um den Baum fällen „zu müssen“! Der letzte Mini-Grün-raum in der Innenstadt ist doch viel zu wertvoll, um ihn nicht zu zupflastern.

Der falsch platzierte Busbahnhof baucht doch neben dem K(-lotz) in Lautern Platz!

Und es gibt ja ein paar Meter weiter noch ein Fleckchen Grünes auf der Westseite der Fruchthalle, das das „Monument“ (so ein Rathaus Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte) inmitten der Straße auch noch zur Geltung bringen lässt (siehe Foto).

Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V. - Stadtplatane
Das "Monument" - was der Lautringer hat, gibt er so schnell nicht mehr her, außer die Verwaltung wills.
Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V. - Stadtplatane
Die Rheinpfalz vom 9. Juli 2020: Fällt die Stadtplatane bald? Man darf gespannt sein.
Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V. - Stadtplatane
Die Rheinpfalz vom 23. Juli 2020: Die Stadtverwaltung steht nun im Wort.
Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V. - Stadtplatane
Die Rheinpfalz vom 27. Juli 2020: Auch die Leserschaft der Rheinpfalz findet solche "Operationen" am offenen Herzen fahrlässig!
Verein für Baukultur und Stadtgestaltung Kaiserslautern e. V. - Stadtplatane
Die Rheinpfalz vom 31. Juli 2020: Die BI "Stadt für alle" nimmt sich auch des Themas an!